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Homosexualität ist doch nicht normal
Was verstehst die Allgemeinheit unter "normal"? Vermutlich nur die (monogame) Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Aber die sind auch sehr verschieden. Und homosexuell liebende Menschen gab es schon immer, vermutlich von Beginn der Menschheit an. Untersuchungen haben ergeben, dass die Homosexualität für fast ein Drittel der Bevölkerung ein persönliches Thema ist. Sie haben es immer nur verstecken und verschweigen müssen. Wir leben heute aber - zum Glück - in einer offenen und vielfältigen Gesellschaft. Da müssen Menschen, die etwas anders als die Mehrheit leben, die gleichen Rechte haben. Und hier geht es nicht mal um eine kleine Minderheit. Im übrigen ist jeder Mensch von jedem verschieden. Du möchtest doch sicher auch kein Mensch nach der Norm DIN-A4 sein! Schließlich sind mindestens 10% der Bevölkerung homo- oder bisexuell!
Homosexualität ist unnatürlich
Wenn mit dem Wort "natürlich" die Tierwelt gemeint ist, dann ist auch Homosexualität natürlich, weil sie bei vielen Tieren vorkommt. Das haben Tierforscher festgestellt. Und dieses ist bei JEDER Tierart so - konkretes Beispiel: Die dem Menschen stark verwandten Bonobo-Affen. Aber mit dem Wort "Natur" ist es beim Menschen schwierig. Was ist bei uns Menschen "tierische Natur" und was ist "menschliche Kultur"? Ein Wissenschaftler (James Weinrich) hat einmal gesagt: "Wenn Tiere etwas tun, das wir mögen, nennen wir es natürlich. Wenn Tiere etwas tun, das wir nicht mögen, nennen wir es animalisch." Der Mensch ist ein sexuelles Wesen, egal welcher Ausrichtung.
Homosexualität ist eine Krankheit (1)
Homo- und bisexuell liebende Menschen können krank werden, wie auch Du krank werden kannst, seelisch oder körperlich. Aber ihre Liebe ist keine Krankheit. Bist Du schon mal auf die Idee gekommen, Deine Liebe zum anderen Geschlecht als eine Krankheit zu bezeichnen? - Ich weiß, dass man das früher einmal gesagt hat, weil man davon ausging, dass die Sexualität nur zur Fortpflanzung da ist. Aber hast Du Deine Sexualität jemals so gesehen? Sexualität ist ein Bedürfnis und eine Sehnsucht nach dem anderen Menschen, die wir mit auf die Welt bringen. - Und schließlich: Schon der große Sigmund Freud hat gesagt: "Viele hoch achtbare Personen in alten und neueren Zeiten sind Homosexuelle gewesen, unter ihnen viele der größten Männer wie Plato, Michelangelo, Leonardo da Vinci." - Sieh Dir doch mal die vielen Prominenten an, die heutzutage recht offen zu ihrem Leben und Lieben stehen (können). Übrigens: Im Dezember 1991 wurde die Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation aus der "Internationalen Liste für Krankheiten" gestrichen!
Homosexualität ist eine Krankheit (2)
Davon kann keine Rede sein. Wir sind nur anders darin, dass wir für einen gleichgeschlechtlichen Partner empfinden, was Heteros für einen andersgeschlechtlichen Partner fühlen. Grundlegende Unterschiede im Gefühlsleben wie in der sexuellen Praxis sind zwischen homo, bi und heterosexuellen Menschen nicht beobachtet worden. Eheberater haben die Erfahrung gemacht, dass es in homosexuellen Partnerschaften um dieselben Fragen und Konflikte geht wie in Ehen.
Schwule mögen mehr auf ihr Äußeres achten als heterosexuelle Männer. Sie mögen auch ein partnerschaftlicheres Verhältnis zu Frauen haben als heterosexuelle Männer. Beides täte auch den Heten gut! Was jedoch ihre Identität angeht, so fühlen sich homo- und bisexuelle Männer ganz als Männer. Sie dürfen nicht mit transsexuellen Menschen verwechselt werden.
Schwule sind Kinderficker
Homosexuelle Männer sind an Kindern sexuell so wenig interessiert wie heterosexuelle Männer. Leider gibt es Ausnahmen auf beiden Seiten. In der Kriminalstatistik steht der sexuelle Missbrauch weiblicher Kinder durch heterosexuelle Männer weit im Vordergrund. Zugegeben, es gibt eine gewisse Tendenz zur Jugend. Aber der Boy soll/muss körperlich schon voll entwickelt sein.
Schwule wechseln ständig ihre (Sex)Partner
Dass Schwule ständig ihren (Sex)Partner wechseln, ist eher eine Frage der Jugend und des Mannes überhaupt als speziell des schwulen Mannes. Lesbische Frauen konzentrieren sich wie heterosexuelle Frauen eher auf eine Partnerbeziehung. Zu bedenken ist aber auch die gesellschaftlich weniger gesicherte Position homosexueller Partnerschaften. Wie alle Menschen sehnen sieh auch homosexuell liebende Menschen nach einer festen Beziehung. Und wie allen gelingt sie auch ihnen nicht immer.
Homosexualität ist eine Sünde
Unter Sünde versteht die Bibel das "Sich-Abschotten" des Menschen gegenüber Gott und dem Mitmenschen und die Selbstüberschätzung. Das ist die Gefahr des Menschen überhaupt und nicht speziell des Homosexuellen. Wenn sehr wenige Stellen der Bibel Homosexualität als heidnisches Laster verurteilen, dann ist damit etwas ganz anderes gemeint, als wir heute unter homosexueller oder bisexueller Orientierung und Liebe verstehen. Die evangelische Kirche segnet heuer schon schwule Paare! "Also ich verehre keinen Gott, in dessen Namen Schwule, "Hexen" und Heiden auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden! Jeder mag glauben wie er will, und wenn irgendwelche bibelfesten Erzkatholen meinen in Intoleranz leben zu müssen, dann ist das deren Problem,... diese kann ich ruhigen Herzens als Faschisten bezeichnen!" - (entnommen aus dem Buch "Homosexuell" von Hans-Georg Wiedemann und dem Magazin "Stern")
oder:
"Die These, in Sodom und Gomorrha gehe es um homosexuellen Sex, ist etwa so zutreffend wie die Behauptung, die Geschichte von Jona und dem Wal sei eine Abhandlung über Fischerei."' Peter Gomes (Baptistenprediger und Professor für Christliche Ethik in Harvard).
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